Lernmodul 5 Min Lesezeit 8. Oktober 2026 Smart not Hard

Die 7-Kontakt-Regel — warum die meisten bei 2 aufgeben

Erst sortieren, dann dranbleiben. Wer weiss, wem er seine Zeit gibt, gibt nicht bei 2 auf.

Du rufst an, du schreibst nach, und dann wird es still. Beim zweiten Kontakt ist Schluss. Nicht, weil der Kunde abgesagt hätte, sondern weil du nicht mehr weisst, ob sich ein weiterer Versuch lohnt.

Die 7-Kontakt-Regel sagt: Ein Kunde braucht mehrere Kontakte, bevor er kauft. Die Regel stimmt als Faustregel. Aber sie beantwortet die wichtigere Frage nicht: bei wem? Wer allen gleich viel Zeit geben will, hat für niemanden sieben Kontakte.

In der Lektion davor ging es um den ganzen Trichter. Hier geht es um den einzelnen Kunden darin. Du bekommst die Einordnung der 7, den Grund, warum bei 2 so oft Schluss ist, die BCG-Matrix für Kunden — und die Grenze der Regel.

Die 7 ist eine Faustregel, keine Messung

Die 7 ist eine Faustregel aus der Werbung, keine Messung. Sie sagt nur: Ein Kunde braucht mehrere Kontakte, bevor er Ja sagt.

Ich entwickle Neukunden nach der 7-Kontakt-Regel. Aber nicht bei jedem. Die Frage ist nicht, ob es genau sieben sind. Die Frage ist: bei wem?

Warum bei 2 so oft Schluss ist

Ich habe es bei Kollegen oft gesehen: Die meisten hören nach dem zweiten Kontakt auf. Weil sie kein System für die Nachverfolgung haben. Oder eines, das so schlecht ist, dass es keinen Spass macht.

Dazu kommt ein zweiter Grund: Wer allen gleich viel Zeit geben will, hat für niemanden sieben Kontakte.

Wie du die Wiedervorlage setzt, zeigt die Lektion «Ich melde mich dann». Hier geht es darum, wem du sie setzt.

Erst sortieren: die BCG-Matrix für Kunden

Die BCG-Matrix ist eigentlich ein Werkzeug für Produkte. Ich nehme sie für Kunden. So mache ich es — und es ist das Beste, was ich je eingeführt habe.

Zwei Achsen: Nach oben trägst du ein, wie stark der Kunde wächst und wie viel Potenzial er hat. Nach rechts, wie gross dein Anteil ist — wie viel von seinem Einkauf du heute schon bekommst.

  • Baby (im Lehrbuch auch Question Mark): wächst, du hast noch wenig. Hier lohnt sich der Terrier mit den sieben Kontakten.
  • Star: wächst, du hast schon viel. Dranbleiben.
  • Cash Cow: wächst kaum, du hast viel. Pflegen.
  • Dog: wächst kaum, du hast wenig. Respekt wie alle — aber keine sieben Kontakte.

Behandelt werden alle Menschen gleich, egal ob klein oder gross. Die Zeit bekommen die Ausgewählten.

Erst sortieren, dann dranbleiben. Wer weiss, wem er seine Zeit gibt, gibt nicht bei 2 auf.

Dann dranbleiben wie ein Terrier

Ich bin wie ein Terrier: Wenn ich einen Kunden ausgewählt habe, bleibe ich dran. Die sieben Kontakte verteilen sich über Wochen und über verschiedene Kanäle — nicht sieben Anrufe hintereinander.

Wer noch kein Angebot von mir hat, ist ein Interessent, mehr nicht. Er hat heute noch keinen Anteil — er ist Baby oder Dog, je nachdem, ob er wächst.

Mein Ziel ist, dass der Kunde am Angebotstermin unterschreibt, egal ob online oder vor Ort. Ich habe Kollegen gesehen, die ein ganz grosses Projekt am ersten Termin verkauft haben.

Was die 7 nicht verspricht

Ein Kunde ist wie eine Pflanze. Wie lange es dauert, hängt vom Produkt ab, im Projektgeschäft kann sich das strecken.

Darum garantiert die 7 nichts. Sie sagt nur, dass zwei zu wenig sind. Wann ein Kunde unterschreibt, entscheidet nicht die Regel — sondern ob du bei den Richtigen noch da bist.

In 5 Schritten — direkt anwendbar

Deine Kunden auflisten
Schreib die Kunden und Interessenten auf, mit denen du gerade im Gespräch bist — nur die, bei denen du wirklich weitermachen willst.
Die zwei Fragen stellen
Notier zu jedem Namen: Wie stark wächst der Kunde? Und wie gross ist dein Anteil an seinem Einkauf heute schon? Ein Interessent ohne Angebot hat noch keinen Anteil.
In die vier Felder sortieren
Trag jeden Namen in die BCG-Matrix ein: Baby, Star, Cash Cow oder Dog. Entscheide nach den zwei Fragen, nicht nach Sympathie.
Die Babys markieren
Markiere die Babys. Bei ihnen planst du die sieben Kontakte — verteilt über Wochen und über verschiedene Kanäle.
Den Angebotstermin als Ziel setzen
Schreib zu jedem ausgewählten Kunden, was bis zum Angebotstermin fehlt. Dort soll er unterschreiben, online oder vor Ort.

Typische Fehler — und wie du sie vermeidest

Fünf Fehler, mit denen du beim zweiten Kontakt aufhörst — oder beim falschen Kunden weitermachst:

Allen gleich viel Zeit geben
Wer allen gleich viel Zeit geben will, hat für niemanden sieben Kontakte. Gleich behandeln heisst nicht, allen gleich viel Zeit zu geben.
Die 7 für eine Messung halten
Die 7 ist eine Faustregel aus der Werbung. Sie verspricht keinen Abschluss nach dem siebten Kontakt — sie sagt nur, dass zwei zu wenig sind.
Sieben Anrufe hintereinander
Die sieben Kontakte verteilen sich über Wochen und über verschiedene Kanäle. Siebenmal dieselbe Nummer in einer Woche ist kein Dranbleiben, sondern Druck.
Ein System, das keinen Spass macht
Ist die Nachverfolgung mühsam, hörst du nach dem zweiten Kontakt auf, ohne es zu merken. Ein einfaches System, das du gern benutzt, schlägt ein perfektes, das liegen bleibt.
Den Interessenten für einen Kunden halten
Wer noch kein Angebot von dir hat, ist ein Interessent, mehr nicht. Er hat heute noch keinen Anteil — sortiere ihn als Baby oder Dog.

Fazit

Die 7-Kontakt-Regel stimmt als Faustregel — aber sie sagt dir nicht, bei wem. Erst sortieren, dann dranbleiben. Wer weiss, wem er seine Zeit gibt, gibt nicht bei 2 auf.

Die nächste Lektion im Lehrgang heisst «So variierst du Follow-Ups, ohne zu nerven».

Dein Übungsauftrag: Nimm dir diese Woche deine offenen Kunden und Interessenten vor und sortiere sie mit den zwei Fragen in die vier Felder. Markiere die Babys und plane für jedes den nächsten Kontakt.

Weiterlernen statt warten

Die letzten 10 Prozent schaffst du selbst: Sortier diese Woche deine offenen Kunden in die vier Felder, plan für jedes Baby den nächsten Kontakt — und hol dir das nächste Thema im Lernbereich. Kostenlos, ohne Anmeldung.

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Häufige Fragen

Woher kommt die 7-Kontakt-Regel?

Die 7 ist eine Faustregel aus der Werbung, keine Messung. Sie sagt nur, dass ein Kunde mehrere Kontakte braucht, bevor er Ja sagt. Wie viele es bei deinem Kunden sind, sagt sie nicht.

Heisst das, ich soll jeden Kunden siebenmal anrufen?

Nein. Die sieben Kontakte verteilen sich über Wochen und über verschiedene Kanäle — und sie gehören den Kunden, die du ausgewählt hast. Wie du die Wiedervorlage setzt, zeigt die Lektion «Ich melde mich dann».

Ist die BCG-Matrix nicht ein Werkzeug für Produkte?

Ja, eigentlich schon. Ich nehme sie für Kunden: Nach oben, wie stark der Kunde wächst. Nach rechts, wie gross dein Anteil an seinem Einkauf ist. Daraus werden vier Felder: Baby, Star, Cash Cow und Dog.

Behandle ich die Dogs dann schlechter?

Nein. Behandelt werden alle Menschen gleich, egal ob klein oder gross. Der Dog bekommt Respekt wie alle — aber keine sieben Kontakte. Die Zeit bekommen die Ausgewählten.

Was mache ich mit einem Interessenten, der noch kein Angebot hat?

Wer noch kein Angebot von dir hat, ist ein Interessent, mehr nicht. Er hat heute noch keinen Anteil. Ob er Baby oder Dog ist, entscheidet die Frage, ob er wächst.

Quellen & Zahlen

Zwei Aussagen in diesem Beitrag stützen sich auf Fremdquellen: woher die BCG-Matrix stammt und woher die Faustregel der vielen Kontakte kommt. Hier stehen die Quellen dazu.

  • BCG-Matrix Wikipedia (deutsch) — Herkunft der Matrix (Bruce Henderson, Boston Consulting Group, 1970), die zwei Achsen und die vier Felder — dort auch «Babys» als anderer Name für die Question Marks
  • Frequency (marketing) Wikipedia (englisch) — Woher die Faustregel der vielen Kontakte kommt — Thomas Smith, «Successful Advertising» (1885), und Herbert E. Krugman, «Why Three Exposures May Be Enough»

Abgerufen am 8. Oktober 2026 (Links geprüft). Die Anwendung der Matrix auf Kunden statt Produkte ist meine Praxis, nicht Lehrbuch.

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Was im Paket enthalten ist

  • Die BCG-Matrix für Kunden auf einer Seite — mit den zwei Fragen und den vier Feldern zum Ausfüllen.
  • Die fünf Schritte und die fünf Fehler als Checkliste für deine offenen Kunden.
  • Direkt-Link zur ungelisteten Langversion des Videos

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