Lernmodul 6 Min Lesezeit 21. Oktober 2026 Smart not Hard

Welche KI-Tools du für deine Bewerbung wirklich brauchst

Eine eigene Vorlage, zwei KIs mit je einer Aufgabe — mehr braucht deine Bewerbung nicht.

Wer sich mit KI bewerben will, findet unzählige Tools und fertige Vorlagen. Ich habe viele davon ausprobiert — und bin am Schluss bei etwas viel Einfacherem gelandet.

Die ehrliche Antwort auf die Werkzeugfrage ist kürzer: eine eigene Vorlage plus zwei KIs, die je genau eine Sache erledigen. Die eine prüft, ob sich die Bewerbung lohnt. Die andere arbeitet erst, wenn die Antwort Ja lautet.

Du bekommst hier meinen eigenen Ablauf: wie ich bei der Vorlage gelandet bin, wie die Prüfung einer Stelle abläuft, wann die zweite KI zum Zug kommt und wie viel Zeit das pro Stelle gespart hat. Es ist die zweite Lektion im Modul «KI als Bewerbungs-Hebel verstehen» des Lehrgangs «Bewerbung mit KI».

Weniger Werkzeug, als du denkst

Die vorherige Lektion hat geklärt, welche Arbeit die KI an deiner Bewerbung übernimmt und welche bei dir bleibt. Jetzt geht es um die Frage danach: Womit setzt du das um?

Du brauchst dafür kein Programm, das eigens für Bewerbungen entwickelt wurde. Nötig sind eine Vorlage sowie zwei KIs — und jede davon hat genau einen Auftrag. Alles Weitere ist Zubehör, das du dir sparen kannst.

Viele Tools getestet — gewonnen hat Word

Bei mir: Ich habe sehr viele Tools ausprobiert, auch fertige Vorlagen aus Bewerbungs-Programmen. Das Problem war jedes Mal dasselbe — meine Angaben liessen sich darin nicht sauber verwenden.

Am Schluss habe ich eine ganz normale Word-Vorlage genommen, die mir gefallen hat. Claude hat daraus eine Vorlage gebaut, in die ich nur noch meine Daten eintrage. Die Gestaltung bleibt stehen, nur der Inhalt wechselt.

Der Punkt dahinter: Nicht die schönste Vorlage gewinnt, sondern die, mit der du arbeiten kannst.

Die grosse KI prüft die Stelle

Für jede Stelle bin ich gleich vorgegangen. Die Ausschreibung kam in ein grosses KI-Modell, mit einem einzigen Auftrag:

Extrahiere mir die Daten — passt das zu mir?

Nur wenn ein Ja herauskam, ging es weiter. Bei einem Nein war die Stelle erledigt, bevor ich eine einzige Zeile geschrieben hatte.

Wichtig dabei: Die KI liefert dir eine Einschätzung, keine Entscheidung. Das letzte Wort hast du. Wie du eine Ausschreibung Punkt für Punkt auswerten lässt, zeigt die nächste Lektion dieses Lehrgangs. Bis dahin hilft dir «So liest du Stellenanzeigen, wie HR sie gemeint hat».

Die lokale KI passt den Inhalt an

Erst nach einem Ja kam die zweite KI dran. Meiner lokalen KI habe ich nur gesagt:

Pass bitte den Inhalt an.

Sie läuft auf dem eigenen Rechner, darum kostet jeder Durchgang nichts — bei mir war das kostenlos und sehr effizient. Wie du so etwas einrichtest, zeigt der Lehrgang «Lokale KI mit Ollama».

Die Regel aus der vorherigen Lektion gilt auch hier: Sprache und Aufbau darf die KI modernisieren, Stationen oder Fähigkeiten erfindet sie nicht. Nach dem Anpassen liest du die Fassung selbst gegen.

Was es bringt — und ein Geheimtipp

Bei mir: Früher kostete mich eine einzelne Stelle 6 Stunden manuelle Recherche — analysieren, aussortieren. Mit KI waren es noch 1 Stunde, gegen Ende mit Routine 30 Minuten. Das sind mindestens 5 Stunden Ersparnis pro Stelle. Die gewonnene Zeit geht in Qualität, nicht in Masse.

Mein grösster Geheimtipp ist Jobeagle. Bei mir war das das einzige Tool, das meinen Lebenslauf übernommen hat, ohne dass ich etwas korrigieren musste. Die ersten Rückmeldungen von Firmen kamen sofort.

In 5 Schritten — direkt anwendbar

Eine Vorlage festlegen
Wähle eine schlichte Word-Vorlage, die dir gefällt, und lass dir daraus eine Ausfüll-Version bauen, in die nur noch deine Angaben kommen.
Eine aktuelle Stelle wählen
Nimm eine Ausschreibung, die dich wirklich interessiert — keine Übungsstelle, sondern eine echte.
Die Stelle prüfen lassen
Gib die Ausschreibung einer grossen KI und frag, ob du dazu passt. Lies die Begründung und entscheide selbst.
Nur bei Ja anpassen
Fällt deine Entscheidung positiv aus, bekommt die KI auf deinem Rechner den Auftrag, deine Unterlagen auf genau diese Stelle zuzuschneiden.
Selbst gegenlesen
Prüfe die fertige Fassung Satz für Satz: Steht da nur, was du wirklich kannst und gemacht hast?

Typische Fehler — und wie du sie vermeidest

Fünf Fehler, die dich Zeit kosten oder die Bewerbung unehrlich machen:

Das Werkzeug vor dem Ablauf kaufen
Wer zuerst ein Bewerbungs-Programm abonniert, passt sich dessen Logik an. Umgekehrt geht es leichter: erst der Ablauf, dann das kleinste Werkzeug dafür.
Die Vorlage nach dem Aussehen wählen
Eine elegante Vorlage, in der deine Angaben nicht sauber sitzen, kostet dich bei jeder Bewerbung Nacharbeit. Nimm die, in die du deine Daten ohne Umbau einträgst.
Jede Stelle sofort anschreiben
Ohne vorherige Prüfung schreibst du auch die Bewerbungen, die nie passen konnten. Eine kurze Frage an die KI spart dir genau diese Stunden.
Der KI die Entscheidung überlassen
Die Einschätzung der KI ist ein Hinweis, kein Urteil. Ob du dich bewirbst, entscheidest du.
Die lokale KI frei schreiben lassen
Anpassen heisst umformulieren und gewichten. Kommt eine Fähigkeit dazu, die du nicht hast, streichst du sie wieder.

Fazit

Die Werkzeugfrage ist schnell beantwortet: Eine Vorlage, mit der du arbeiten kannst, eine KI, die vorab sagt, ob sich die Stelle lohnt, und eine zweite, die erst danach den Inhalt zuschneidet. Mehr braucht es nicht.

Diese Woche probierst du es an einer echten Ausschreibung aus: Gib sie einer grossen KI mit der Frage, ob sie zu dir passt. Nur bei einem Ja passt das Modell auf deinem Rechner den Inhalt in deiner Vorlage an — danach liest du das Ergebnis selbst gegen. In der nächsten Lektion zeige ich dir, wie du die KI eine Stellenanzeige analysieren lässt, bevor du dich bewirbst.

Weiterlernen statt warten

Die letzten 10 Prozent schaffst du selbst: Gib diese Woche eine echte Ausschreibung einer grossen KI zur Prüfung — und hol dir das nächste Thema im Lernbereich. Kostenlos, ohne Anmeldung.

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Häufige Fragen

Brauche ich ein spezielles Bewerbungs-Programm?

Nein. Eine Word-Vorlage, die dir gefällt, reicht als Grundlage. Bei mir liessen sich die eigenen Angaben in fertigen Programmen nie sauber übernehmen — in der eigenen Vorlage schon.

Welche KI prüft, ob eine Stelle zu mir passt?

Ein grosses KI-Modell, wie du es ohnehin nutzt. Es bekommt die Ausschreibung und eine einzige Frage. Wichtiger als der Name des Modells ist die Reihenfolge: erst prüfen, dann schreiben. Die Entscheidung bleibt bei dir.

Warum passt eine lokale KI den Inhalt an?

Weil sie für diese Aufgabe genügt und nichts kostet. Wie du eine lokale KI einrichtest, zeigt der Lehrgang «Lokale KI mit Ollama» auf latzerus.ch.

Was ist Jobeagle?

Eine Schweizer Plattform für Jobsuchende und Arbeitgeber: Firmen zeigen ihre Stellen als Video, beide Seiten schreiben sich per Chat (jobeagle.io). Jobeagle ist ein Spin-off der Hochschule Luzern mit Sitz in Horw LU (Lucerne Business). Dass mein Lebenslauf ohne Korrektur übernommen wurde, ist meine eigene Erfahrung.

Wie viel Zeit spare ich damit?

Bei mir: Am Ende brauchte ich pro Ausschreibung 30 Minuten statt 6 Stunden. Wie schnell du wirst, hängt von deiner Übung ab.

Quellen & Zahlen

Was Jobeagle ist und woher die Plattform kommt, steht auf der Website des Anbieters und bei Lucerne Business. Die Zeitangaben im Text sind meine eigenen Erfahrungswerte.

Abgerufen am 21. Oktober 2026 (Links geprüft).

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Was im Paket enthalten ist

  • Der Ablauf «eine Vorlage, zwei KIs» auf einer Seite.
  • Die fünf Schritte und die fünf Fehler als Checkliste für die nächste Ausschreibung.
  • Direkt-Link zur ungelisteten Langversion des Videos

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