So baust du deine Online-Präsenz, ohne Influencer zu werden
Ein Influencer zeigt, wie er lebt. Du zeigst, was du kannst.
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Die Verwechslung: zwei Aufgaben, ein Wort
Ein Influencer arbeitet an einem Publikum, das ihn noch nicht kennt. Seine Aufgabe ist Reichweite: Aufmerksamkeit dort erzeugen, wo vorher keine war. Dafür braucht es Frequenz, Persönlichkeit und ein Leben, das man zeigen kann.
Deine Aufgabe ist eine andere. Wer bei dir nachschaut, hat deinen Namen schon — aus einer Bewerbung, von einer Empfehlung, aus einem Gespräch. Er muss dich nicht entdecken, er will dich einordnen.
Ein Influencer zeigt, wie er lebt. Du zeigst, was du kannst.
Wer das einmal getrennt hat, wehrt sich nicht mehr gegen das Falsche. Du musst keine Reichweite aufbauen. Du musst nur dafür sorgen, dass jemand, der nachschaut, etwas Brauchbares findet.
Nicht wie viel du zeigst — sondern was
Die naheliegenden Fragen drehen sich um Menge: Wie oft? Wie viel? Wie lang? Das ist die falsche Achse. Die Entscheidung, an der alles hängt, ist die Themenwahl. Drei Dinge gehören in den Mittelpunkt:
- Was du gemacht hast
- Was du kannst
- Was du weisst
Und im Umkehrschluss: nicht, wo du am Wochenende warst. Nicht, wie dein Frühstück aussieht.
Das ist keine Geschmacksfrage. Im Arbeitsverhältnis zieht das Schweizer Recht dieselbe Linie. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte fasst Art. 328b OR so zusammen: «Nach Artikel 328b ist nur die Bearbeitung von Personendaten zulässig, die die Eignung der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers für das Arbeitsverhältnis betreffen oder zur Durchführung des Arbeitsvertrages erforderlich sind.» Der Massstab heisst Eignung, nicht Person. Ein Profil, das zeigt, was du kannst, liefert genau die Fläche, auf die es ankommt — und nichts, was dort nichts verloren hat.
Zwei Abgrenzungen, damit du nicht das falsche Werkzeug nimmst: Es geht hier nicht darum, bessere Wörter über dich zu finden, und nicht darum, einen einzelnen Satz über dich zu bauen. Hier geht es nur um die Auswahl der Themen.
Ein Hauptort — die Homepage als Kombination
Du brauchst nicht überall ein Profil. Du brauchst einen Ort, an dem steht, was du kannst.
Bei mir ist das hauptsächlich LinkedIn: Dort liegt mein Beruf, dort liegt mein Werdegang, dort liegt, woran ich gerade arbeite. Das ist keine Empfehlung für eine Plattform, sondern die Antwort auf die Frage, wo berufliche Dinge in meinem Fall zusammenlaufen. In einer anderen Branche kann das ein ganz anderer Ort sein.
Wer möchte, kann zusätzlich eine eigene Homepage machen. Kann — nicht muss. Sie ist der Ort mit mehr Platz und selbst bestimmter Form: längere Arbeiten, Beispiele, eine Struktur, die dir gehört. Brauchst du das nicht, lass sie weg. Sie ist eine Erweiterung, keine Voraussetzung.
Ein Hauptort, gut gepflegt — das reicht.
Hin und wieder posten — über die Arbeit, nicht über dich
Jetzt der Teil, vor dem du vielleicht zurückschreckst. Er ist kleiner, als er wirkt: hin und wieder etwas posten, über den Beruf oder das eigene Wissen. Nicht täglich. Nicht nach Plan. Und nicht über dich als Person, sondern über deine Arbeit.
Dieser Artikel nennt bewusst keine Frequenz. Jede Zahl wäre hier erfunden und würde aus einer Gewohnheit eine Pflicht machen — und Pflichten werden fallen gelassen. Die ehrliche Regel lautet: Was du zu einem Thema aus deiner Arbeit sagen kannst, sagst du. Was du nicht zu sagen hast, lässt du.
Damit bleibst du aktuell. Wer nachschaut, sieht jemanden, der im Thema steht — statt ein Profil, das seit drei Jahren stillsteht.
Die Rangfolge — und was nur das Profil kann
Zum Schluss die Reihenfolge, damit du nicht am falschen Ende anfängst.
Das Profil trägt. Die Posts halten es aktuell.
Wer zuerst postet und das Profil später ausfüllt, arbeitet gegen sich. Ein Beitrag tut nämlich genau eines: Er schickt jemanden auf dein Profil. Ist dort nichts, hat er geschadet statt genützt.
Dazu gehört die ehrliche Grenze: Ein Beitrag macht dich sichtbarer. Überzeugen muss das Profil. Das ist weniger, als der Begriff «Online-Präsenz» verspricht — aber es ist der Teil, den du tatsächlich in der Hand hast.
In 5 Schritten — direkt anwendbar
Typische Fehler — und wie du sie vermeidest
Die fünf Muster, mit denen aus der Online-Präsenz eine Rolle wird, die niemand spielen will:
Fazit
Online-Präsenz heisst für dich nicht, ein Publikum aufzubauen. Es heisst, dass jemand, der deinen Namen bereits hat, findet, was du kannst. Daraus folgt der Rest fast von allein: ein Hauptort, die Homepage als Kombination — kann, nicht muss — und hin und wieder ein Beitrag über den Beruf. Wichtiger als der Fleiss ist die Rangfolge: erst das Profil, dann die Beiträge. Das ist weniger, als der Begriff verspricht. Es ist aber genau der Teil, den du selbst in der Hand hast. Den ersten Schritt kannst du heute machen: Öffne den Ort, an dem schon etwas über dich steht, und sortier Leistung und Fähigkeiten von allem anderen.Weiterlernen statt warten
Die letzten 10 Prozent schaffst du selbst: Sortier heute dein Profil einmal durch — und hol dir das nächste Thema im Lernbereich. Kostenlos, ohne Anmeldung.
Zum LernbereichHäufige Fragen
Muss ich unbedingt auf LinkedIn sein?
Nein. Entscheidend ist, dass es einen Ort gibt, an dem steht, was du kannst — nicht welcher. Bei mir läuft das Berufliche hauptsächlich über LinkedIn, deshalb ist es dort. In anderen Branchen kann der sinnvolle Hauptort ein ganz anderer sein. Die Regel lautet: ein Ort, gepflegt. Nicht: diese Plattform.
Was gehört aufs Profil, wenn ich wenig Berufserfahrung habe?
Dasselbe wie bei allen anderen, nur aus anderen Quellen: was du gemacht hast, was du kannst, was du weisst. Eine Ausbildung ist gemachte Arbeit. Ein Praktikum, ein Projekt, eine Nebenrolle im Verein, eine Software, die du beherrschst — alles zählt, solange es eine Fähigkeit belegt. Was nicht hilft, ist die Lücke mit Persönlichkeitsadjektiven zu füllen.
Brauche ich eine eigene Homepage?
Kann, nicht muss. Die Homepage ist der Ort mit mehr Platz und selbst bestimmter Form — sinnvoll, wenn du längere Arbeiten, Beispiele oder eine eigene Struktur zeigen willst. Wenn du das nicht brauchst, lass sie weg und pflege stattdessen den einen Hauptort richtig.
Schaut ein Arbeitgeber überhaupt online nach mir?
Geh davon aus, dass jemand deinen Namen eingibt, sobald er ihn hat. Interessant ist, woran er dich messen darf: Der EDÖB hält zum Arbeitsverhältnis fest, dass nur Daten bearbeitet werden dürfen, welche die Eignung für das Arbeitsverhältnis betreffen oder zur Durchführung des Arbeitsvertrages erforderlich sind (Art. 328b OR). Der Massstab ist die Eignung — und genau die Fläche sollte dein Profil liefern.
Ist das nicht einfach Selbstdarstellung?
Selbstdarstellung wäre, ein Bild von sich zu entwerfen, das über die Sache hinausgeht. Hier passiert das Gegenteil: Es geht ausschliesslich um Leistung und Fähigkeiten — was du gemacht hast, was du kannst, was du weisst. Das ist nachprüfbar.
Macht mich das Posten sichtbarer?
Ja. Hin und wieder ein Beitrag macht deine Präsenz grösser. Überzeugen muss aber das Profil, auf dem jemand danach landet. Ein Beitrag ersetzt kein leeres Profil — er legt es nur offen.
Quellen & Zahlen
Eine Aussage in diesem Beitrag stützt sich auf den gesetzlichen Massstab im Arbeitsverhältnis: dass nur Daten bearbeitet werden dürfen, welche die Eignung betreffen. Hier steht die Originalquelle dazu.
- Datenbearbeitung durch den Arbeitgeber Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB) — Wortlaut zu Art. 328b OR: zulässig ist nur die Bearbeitung von Personendaten, welche die Eignung für das Arbeitsverhältnis betreffen
Abgerufen am 16. September 2026, Wortlaut auf der EDÖB-Seite verifiziert. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung — im Zweifel zählt der Gesetzestext, nicht die Zusammenfassung hier.
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Was im Paket enthalten ist
- PDF-Sortierbogen: jede Aussage im bestehenden Profil auf Leistung oder Rest prüfen — mit Beispielzeilen.
- Entscheidungsblatt Hauptort und Homepage: eine Seite, drei Fragen, ein Entscheid.
- Direkt-Link zur ungelisteten Langversion des Videos
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