Lernmodul 6 Min Lesezeit 16. Oktober 2026 Smart not Hard

Wie du M&A-Dokumente in einem isolierten Ollama-Raum analysierst

Jeder Deal bekommt seine eigene Sandbox — so gehst du M&A-Unterlagen lokal durch.

Eine Firma wird gekauft. Die Unterlagen liegen in einem Datenraum, und du sollst sie durchgehen — mit einer lokalen KI wäre das schneller. Aber wohin mit diesen Dateien? Ins gleiche Konto, in dem auch deine Kundendaten, deine Notizen und dein Alltag liegen?

Die Antwort kommt aus der Software: die Sandbox. Ein abgeschlossener Ort, an dem du etwas ausprobieren kannst — was drin passiert, bleibt drin, draussen geht nichts kaputt. Für M&A-Unterlagen heisst das: Jeder Deal bekommt seinen eigenen Raum, und der Raum hat ein Ende.

Du erfährst, was M&A-Unterlagen so heikel macht, was eine Sandbox ist, wie du sie mit drei Handgriffen baust und warum am Ende die ganze Sandbox weg muss. Es ist die fünfte Lektion im Modul «Teams und Compliance» des Lehrgangs «Lokale KI mit Ollama».

Warum M&A-Unterlagen heikel sind

M&A heisst: Firmen werden gekauft oder fusionieren. Dazu gehört die Due Diligence, die Prüfung vor dem Kauf. Die Unterlagen dafür liegen meist in einem Datenraum.

Diese Unterlagen gehören zum Vertraulichsten, was eine Firma hat. Nur wenige bekommen sie zu sehen — und nur so lange, wie der Deal läuft. Genau dieses «nur so lange» macht den Unterschied zu allem, was du sonst in deiner lokalen KI ablegst.

Ehrlich gesagt: Einen Firmenverkauf habe ich selbst nicht begleitet. Das Prinzip kenne ich aus der Software: die Sandbox.

Was eine Sandbox ist

Das Wort Sandbox kommt aus der Software. Eine Sandbox ist ein abgeschlossener Ort, an dem du etwas ausprobieren kannst. Was drin passiert, bleibt drin. Draussen geht nichts kaputt.

Übertragen auf den Deal heisst das: ein eigener Raum, nur für diese Unterlagen. Nichts anderes liegt drin, und nichts davon kommt heraus.

Nicht zu verwechseln mit der Lektion zum Recherchieren: Dort trennst du dauerhaft, nach Leserkreis. Hier trennst du pro Deal — und die Sandbox hat ein Ende.

Ein eigener Ort

Drei Handgriffe, und die Sandbox steht. Der erste: ein eigener Ort. Das ist ein eigenes Benutzerkonto auf deinem Rechner — oder gleich ein eigenes Gerät.

Ollama legt die Modelle standardmässig im Benutzerordner ab. In einem neuen Konto holst du das Modell darum zuerst einmal neu, bevor die Unterlagen hineinkommen — danach bleibt das Netz zu. Ob wirklich nichts hinausgeht, prüfst du so.

In der Sandbox ist kein Cloud-Konto angemeldet: kein iCloud, kein OneDrive. Sonst kann das System Dateien nach draussen abgleichen. Das ist die Regel für die Sandbox, ganz gleich, welches System du nutzt.

Zu nach aussen, nur Kopien hinein

Der zweite Handgriff: zu. Die Freigabe aus der Lektion zum Firmennetz bleibt aus.

In der Lektion zum Recherchieren hast du gesehen, dass Cloud-Modelle «cloud» im Namen tragen. In der Sandbox gehst du einen Schritt weiter: Du schaltest die Cloud-Funktionen von Ollama ganz ab. Laut Hersteller-FAQ gibt es dafür einen Local-only-Modus — wie er eingestellt wird, steht weiter unten bei den Fragen.

Der dritte Handgriff: nur Kopien hinein. Die Originale bleiben im Datenraum. Und davor gilt: Ob du die Unterlagen überhaupt herunterladen darfst, steht in der Vertraulichkeitsvereinbarung. Lies das zuerst.

Arbeiten und löschen

Drinnen arbeitest du so, wie du es aus den Lektionen davor kennst. Neu ist der Raum, nicht die Methode.

Am Ende löschst du das ganze Sandbox-Konto mit dem Benutzerordner — oder setzt das Gerät zurück. Damit sind Unterlagen, Chatverläufe und das Modell darin weg. Du musst keine einzelnen Dateien zusammensuchen.

Jeder Deal bekommt seine eigene Sandbox. Wie in der Software: Was drin ist, bleibt drin, und was du dort ausprobierst, richtet draussen keinen Schaden an. Ist der Deal durch, löschst du die ganze Sandbox, nicht einzelne Dateien.

In 5 Schritten — direkt anwendbar

Die Vertraulichkeitsvereinbarung lesen
Bevor eine Datei den Datenraum verlässt: Lies, was die Vertraulichkeitsvereinbarung zum Herunterladen sagt. Steht dort nichts Klares, fragst du nach, bevor du die Sandbox füllst.
Einen eigenen Ort anlegen
Leg ein eigenes Benutzerkonto nur für diesen Deal an — oder nimm ein eigenes Gerät. Melde dort kein Cloud-Konto an: kein iCloud, kein OneDrive.
Das Modell holen, dann zu
Hol im neuen Konto das Modell einmal neu, bevor die Unterlagen hineinkommen — danach bleibt das Netz zu. Die Freigabe im Firmennetz bleibt aus, die Cloud-Funktionen von Ollama schaltest du ganz ab (siehe Fragen unten).
Nur Kopien hineinlegen
Leg nur Kopien in die Sandbox. Die Originale bleiben im Datenraum. Dann arbeitest du so, wie du es aus den Lektionen davor kennst.
Am Ende die ganze Sandbox löschen
Ist der Deal durch, löschst du das ganze Sandbox-Konto mit dem Benutzerordner oder setzt das Gerät zurück. Nicht einzelne Dateien — die ganze Sandbox.

Typische Fehler — und wie du sie vermeidest

Fünf Fehler, mit denen Unterlagen aus der Sandbox hinausgelangen oder darin liegen bleiben:

Die Unterlagen ins eigene Konto legen
Im Alltagskonto liegen Kundendaten, Notizen und alles andere daneben. Für einen Deal gehört ein eigener Raum her — ein eigenes Benutzerkonto oder ein eigenes Gerät.
Ein Cloud-Konto angemeldet lassen
Ist in der Sandbox iCloud, OneDrive oder ein ähnliches Konto angemeldet, kann das System Dateien nach draussen abgleichen. In der Sandbox ist kein Cloud-Konto angemeldet.
Nur auf die Modellnamen achten
Cloud-Modelle am Namen zu erkennen, reicht im Alltag. In der Sandbox schaltest du die Cloud-Funktionen von Ollama ganz ab — dann gibt es dort keine Cloud-Modelle und keine Websuche mehr.
Originale statt Kopien hineinlegen
Die Originale bleiben im Datenraum. In die Sandbox kommen nur Kopien — sonst löschst du am Ende mehr, als du solltest.
Einzelne Dateien löschen statt der ganzen Sandbox
Unterlagen, Chatverläufe und das Modell liegen an mehreren Stellen im Konto. Wer Dateien einzeln sucht, übersieht etwas. Ist der Deal durch, geht die ganze Sandbox.

Fazit

Jeder Deal bekommt seine eigene Sandbox. Wie in der Software: Was drin ist, bleibt drin, und was du dort ausprobierst, richtet draussen keinen Schaden an. Ist der Deal durch, löschst du die ganze Sandbox, nicht einzelne Dateien.

Eigener Ort, zu nach aussen, nur Kopien hinein — und am Ende alles weg. Neu ist dabei der Raum, nicht die Methode. Die nächste Lektion im Lehrgang heisst: «So migrierst du Cloud-KI-Workflows auf lokale Modelle».

Leg diese Woche einmal ein leeres Benutzerkonto an, hol das Modell hinein und schalte die Cloud-Funktionen von Ollama ab — noch ohne Unterlagen. Lösch das Konto danach wieder: So hast du den Anfang und das Ende der Sandbox einmal geübt.

Weiterlernen statt warten

Die letzten 10 Prozent schaffst du selbst: Leg diese Woche ein leeres Benutzerkonto an, schalte die Cloud-Funktionen von Ollama ab und lösch das Konto wieder — und hol dir das nächste Thema im Lernbereich. Kostenlos, ohne Anmeldung.

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Häufige Fragen

Wie schalte ich die Cloud-Funktionen von Ollama ganz ab?

Laut Hersteller-FAQ lässt sich Ollama in einen Local-only-Modus schalten: Die Cloud-Funktionen werden ganz abgeschaltet. Danach gibt es keine Cloud-Modelle und keine Websuche mehr. Dafür trägst du in der Datei ~/.ollama/server.json diesen Eintrag ein:

{ "disable_ollama_cloud": true }

Alternativ setzt du die Umgebungsvariable OLLAMA_NO_CLOUD=1. Danach Ollama neu starten. Im Server-Log steht dann «Ollama cloud disabled: true». Die genauen Schritte für dein System stehen in der Hersteller-FAQ: docs.ollama.com/faq.

Warum muss ich das Modell im neuen Konto noch einmal holen?

Weil Ollama die Modelle auf Mac und Windows standardmässig im Benutzerordner ablegt (~/.ollama/models). Ein neues Konto hat einen eigenen Benutzerordner — und darin noch kein Modell. Darum holst du es einmal neu, bevor die Unterlagen hineinkommen. Danach bleibt das Netz zu.

Unter Linux ist das anders: Dort liegen die Modelle für alle Konten gemeinsam in /usr/share/ollama/.ollama/models. Ein eigenes Konto trennt dort das Modell nicht — ein eigenes Gerät schon.

Brauche ich für die Sandbox ein eigenes Gerät?

Nein. Ein eigenes Benutzerkonto auf deinem Rechner ist ein eigener Ort. Ein eigenes Gerät ist die Alternative, wenn du die Sandbox ganz von deinem Alltag trennen willst. Am Ende löschst du dann nicht das Konto, sondern setzt das Gerät zurück.

Reicht es auf dem Mac, nur das Benutzerkonto zu wechseln?

Nein — abmelden, nicht nur wechseln. Läuft Ollama im Alltagskonto im Hintergrund weiter, belegt es den Anschluss 11434 auf dem Rechner. Die Ollama-App in der Sandbox spricht dann mit diesem Server: mit seinen Modellen und seiner Cloud-Einstellung. Darum meldest du das Alltagskonto ab oder beendest Ollama dort, bevor du in der Sandbox arbeitest.

Darf ich die Unterlagen aus dem Datenraum überhaupt herunterladen?

Das steht in der Vertraulichkeitsvereinbarung, die du für den Zugang zum Datenraum bekommen hast. Lies sie zuerst. Diese Lektion beurteilt das nicht — sie zeigt nur, wie der Raum aussieht, wenn die Unterlagen hineinkommen.

Was passiert mit den Chatverläufen, wenn der Deal durch ist?

Sie liegen im Sandbox-Konto und gehen mit ihm. Löschst du das ganze Konto mit dem Benutzerordner — oder setzt das Gerät zurück —, sind Unterlagen, Chatverläufe und das Modell darin weg.

Quellen & Zahlen

Die Einstellungen in dieser Lektion stehen in der offiziellen Dokumentation von Ollama. Hier ist die Originalseite.

  • Ollama FAQ Ollama — Local-only-Modus (disable_ollama_cloud in ~/.ollama/server.json, OLLAMA_NO_CLOUD=1) und Speicherort der Modelle je System

Abgerufen am 16. Oktober 2026 (Link geprüft).

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Was im Paket enthalten ist

  • Die Regel «Jeder Deal, eine Sandbox» auf einer Seite.
  • Die drei Handgriffe und die fünf Fehler als Checkliste für den nächsten Deal.
  • Direkt-Link zur ungelisteten Langversion des Videos

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