So migrierst du Cloud-KI-Workflows auf lokale Modelle
Du ziehst die KI-Schritte deiner Workflows auf lokale Modelle um — ohne neu zu bauen.
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Deine Abläufe laufen, die Ergebnisse stimmen — nur fragt mittendrin ein Schritt eine KI in der Cloud. Und jedes Mal, wenn dort Kundendaten durchgehen, stellt sich dieselbe Frage: Muss das wirklich raus?
Die naheliegende Antwort wäre, alles neu aufzusetzen. Das ist selten nötig. Viele Werkzeuge reden mit einer Cloud-KI über eine Schnittstelle, die auch ein Ollama auf deinem Rechner versteht. Wer das weiss, ändert eine Zeile statt eines ganzen Ablaufs.
Du erfährst, warum ich meine eigenen Abläufe aus mehreren Clouds geholt habe, wie der Wechsel der Adresse funktioniert, wo die Schnittstelle Grenzen hat und wie ein Testlauf das passende Modell für jeden Schritt findet. Mit dieser sechsten Lektion schliessen das Modul «Teams und Compliance» und der Lehrgang «Lokale KI mit Ollama».
Migrieren heisst nicht neu bauen
In der letzten Lektion ging es um einen eigenen Raum für ein einzelnes Projekt. Diesmal geht es um das, was jeden Tag läuft: deine Workflows.
Ein Workflow ist ein Ablauf aus mehreren Schritten. Etwas kommt herein, wird sortiert, zusammengefasst und weitergegeben. Irgendwo dazwischen fragt der Ablauf eine KI in der Cloud — und nur an dieser Stelle verlassen deine Daten das Haus.
Darum ziehst du nicht den ganzen Ablauf um, sondern diesen einen Aufruf. Alles davor und alles danach bleibt, wie es ist.
Woher ich komme: raus aus mehreren Clouds
Bei mir: Angefangen habe ich vor 2 Jahren mit Make und habe einzelne Cloud-Dienste miteinander verbunden. Das lief mehr oder weniger, aber jede Anfrage wanderte durch mehrere Clouds — Google, Make und weitere. Jeder Anbieter in dieser Kette konnte mitlesen.
Mit DSGVO und dem neuen DSG wollte ich das nicht mehr. Seit September 2025 läuft bei mir alles über n8n. Jeder Dienst hängt in meinem eigenen Netz, und n8n verteilt die Daten intern an die Stelle, wo sie gebraucht werden.
Was n8n genau ist und wie du es selbst betreibst, behandelt der nächste Lehrgang «n8n Automatisierung für Schweizer KMU». Hier geht es nur um den KI-Schritt in einem bestehenden Ablauf.
Die Adresse tauschen
Viele Werkzeuge sprechen mit einer Cloud-KI in der Sprache von OpenAI. Laut Hersteller-Doku versteht Ollama einen Teil dieser Sprache — genug für die üblichen Aufrufe im Workflow. Für dich heisst das: Im Workflow steht heute die Adresse der Cloud — an ihre Stelle trägst du die Adresse deines lokalen Ollama ein.
Läuft Ollama auf demselben Rechner wie der Workflow, lautet sie laut Doku so, mit http davor, nicht mit https:
localhost:11434/v1/
Läuft der Workflow auf einem anderen Rechner im Haus, ersetzt du localhost durch die Adresse des Rechners, auf dem Ollama läuft — wie in der Lektion zum Firmennetz. Das Werkzeug verlangt meist zusätzlich einen API-Schlüssel. Dein lokales Ollama prüft ihn nicht, ein beliebiger Platzhalter reicht.
In der ersten Lektion dieses Lehrgangs hiess es: Das Modell tauschst du, Ollama bleibt. Jetzt gilt dasselbe eine Ebene höher — die Adresse wechselt, der Ablauf bleibt stehen. Eine Grenze hat die Schnittstelle: Die Länge des Kontexts lässt sich darüber nicht einstellen. Weitere Grenzen stehen unten bei den Fragen.
Pro Zweck ein Modell — gewählt im Testlauf
Bei mir laufen mehrere lokale Modelle, jedes für einen anderen Zweck: sortieren, vorsortieren und die Suche in meiner Wissensdatenbank.
Welche Modelle in Frage kommen, schlägt mir Claude vor, das ich mit Hugging Face und meinem lokalen Ollama verbunden habe. Die Vorschläge treten in einem Test-Workflow gegeneinander an, mit realen Aufgaben. Das passende kommt in den Einsatz. Claude baut dabei nur den Workflow, danach läuft alles lokal.
Nicht zu verwechseln mit der Lektion zum ersten lokalen Modell: Dort ging es darum, womit du überhaupt anfängst. Hier wählst du für einen einzelnen Schritt, und der Testlauf entscheidet.
Was es bringt — und was nicht umziehen muss
Bei mir: Damals, mit Make, kostete mich ein neuer Prozess einen halben Tag — wie verbinde ich das, welches Protokoll. Seit April 2026, mit KI-Hilfe, sind es noch 1 bis 2 Stunden. Heute mit Claude Code wenige Minuten.
Dazu kommt Übersicht: Ich sehe, was wo durchgeht. Auch meine Agenten erreichen nur über n8n die Schnittstellen, die ich ihnen freigebe.
Und nicht jeder Ablauf muss umziehen. Aus der ersten Lektion gilt weiter das Bild der zweiten Spur: Die Cloud bleibt für Unkritisches, lokal zieht zuerst, was den Betrieb nicht verlassen darf.
In 5 Schritten — direkt anwendbar
Typische Fehler — und wie du sie vermeidest
Fünf Fehler, die den Umzug unnötig gross machen oder die Daten doch wieder hinausschicken:
Fazit
Der Umzug eines Cloud-KI-Workflows ist kleiner, als er aussieht: Ein einziger Aufruf bekommt ein neues Ziel, und ein Vergleich mit echten Fällen bestimmt, welches lokale Modell ihn übernimmt.
Damit schliessen das Modul «Teams und Compliance» und der Lehrgang «Lokale KI mit Ollama». Weiter geht es im Lehrgang «n8n Automatisierung für Schweizer KMU» mit der Lektion «Was n8n ist — und warum es für Schweizer KMU besser ist als Zapier».
Wähl diese Woche einen Workflow, der heute eine Cloud-KI aufruft. Setz in einer Testversion die Adresse auf dein lokales Ollama und vergleiche mit ein paar echten Beispielen, bevor du den Workflow umstellst.
Weiterlernen statt warten
Die letzten 10 Prozent schaffst du selbst: Kopier diese Woche einen Workflow, trag in der Kopie localhost:11434/v1/ ein und lass beide Versionen dieselben Fälle bearbeiten — und hol dir das nächste Thema im Lernbereich. Kostenlos, ohne Anmeldung.
Zum LernbereichHäufige Fragen
Welche Adresse trage ich im Werkzeug ein?
Laut Hersteller-Doku antwortet dein lokales Ollama auf der Basis-Adresse localhost:11434/v1/ — mit http davor, nicht mit https. Läuft Ollama auf einem anderen Rechner im Haus, steht dort statt localhost dessen Adresse. Unterstützt werden unter anderem die Endpunkte /v1/chat/completions und /v1/embeddings. Quelle: docs.ollama.com/api/openai-compatibility.
Mein Werkzeug verlangt einen API-Schlüssel. Was gebe ich ein?
Einen Platzhalter, zum Beispiel ollama. Die Hersteller-Doku hält fest: Der Client braucht einen Wert, Ollama ignoriert ihn. Einen echten Schlüssel brauchst du nur für die Cloud von Ollama — und die ist hier gerade nicht das Ziel.
Geht wirklich alles ohne Anpassung?
Nein. Die Kontextlänge stellst du über diese Schnittstelle nicht ein; dafür legst du laut Doku ein eigenes Modell mit einem Modelfile und num_ctx an. Das Feld tool_choice wird nicht unterstützt, Bilder gehen nur als base64, nicht als Link. Und erwartet ein Werkzeug fest einen Namen wie gpt-3.5-turbo, legst du mit ollama cp eine Kopie deines Modells unter diesem Namen an. Die Responses-Schnittstelle gibt es ab Version v0.13.3, ohne gespeicherten Verlauf.
Wie finde ich das passende lokale Modell für einen Schritt?
Mit einem Testlauf. Lass mehrere Kandidaten dieselben echten Beispiele bearbeiten und vergleiche die Ergebnisse — gewählt wird pro Zweck, nicht ein Modell für alles. Womit du überhaupt anfängst, zeigt die Lektion zum ersten lokalen Modell.
Seit wann gilt das neue DSG?
Das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz gilt seit dem 01.09.2023, so hält es das Bundesamt für Justiz in seinen FAQ zum neuen Datenschutzrecht fest. Ob ein bestimmter Ablauf in die Cloud darf, beurteilt diese Lektion nicht.
Quellen & Zahlen
Adresse und Grenzen der Schnittstelle stehen in der offiziellen Dokumentation von Ollama, das Datum zum neuen DSG beim Bundesamt für Justiz. Hier sind die Originalseiten.
- OpenAI compatibility Ollama — Hersteller-Doku — Lokale Basis-Adresse localhost:11434/v1/ mit Port 11434, Endpunkte /v1/chat/completions und /v1/embeddings, API-Schlüssel wird ignoriert, Grenzen: Kontextlänge, tool_choice, Bilder als base64, ollama cp, Responses ab v0.13.3
- FAQ zum neuen Datenschutzrecht Bundesamt für Justiz (BJ) — Revidiertes DSG seit 01.09.2023 (Inkrafttreten: 1. September 2023)
Abgerufen am 20. Oktober 2026 (Links geprüft).
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Was im Paket enthalten ist
- Der Handgriff «Adresse tauschen» mit den Grenzen der Schnittstelle auf einer Seite.
- Die fünf Schritte und die fünf Fehler als Checkliste für den nächsten Workflow.
- Direkt-Link zur ungelisteten Langversion des Videos
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